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| Einwohnerzahl : |
372 |
| Gemarkungsgröße : |
434,80 ha |
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10 km südlich von Meiningen, eingebettet in das Bibratal liegt, 334 m (Ortsmitte)
über NN, das schöne alte Straßendorf Wölfershausen. In malerischer Landschaft,
nördlich der Thüringer Wald, westlich die Rhön und südlich beginnt das Grabfeld,
welches sich ins nahe Franken erstreckt. Im Osten erhebt sich der Hausberg, der
Ahlberg, mit 496 m über NN.
Urkundlich ist Wölferhausen schon 825 erwähnt als Uulfricheshus. Seine Fluren
grenzen an die Fluren von Bibra, Bauerbach,
Ritschenhausen und Neubrunn. Die uralte Weinstraße zwischen Thüringen und Franken
schneidet ein Stück auch Wölfershäuser Flur. Der Ort gehörte früher zur Grafschaft
der Henneberger. Der Dorf- und Feldzehnt war im Mittelalter Würzburger Lehen und
zeitweise im Besitz der Herren von Bibra. Die Kirche war lange Zeit ein Filial von
Ritschenhausen. Unter den unzähligen Truppendurchzügen im 30jährigen Krieg hatte
Wölfershausen sehr gelitten. Viele Gebäude waren abgebrannt, 1649 war der Ort "ohne"
Mensch und Vieh. Nur 4 Familien konnten sich durch Flucht retten. Der Wiederaufbau
der Kirche erfolgte 1750. Ihr ältester Teil, die Sakristei, stammt aus spätgotischer
Zeit um 1530. Die Kirche steht in der Liste der denkmalgeschützten Kirchen Thüringens,
ebenso auch die Barockorgel.
Das Ortsbild wird von Kirche und Gemeindehaus geprägt. Um dieses Ensemble gruppieren
sich die Häuser des eigentlichen Dorfkernes mit dem markanten Wegestein. Das noch
funktionierende Backhaus wurde neu restauriert. Vom alten Brunnenhaus, nicht weit
von der Ortsmitte, ist nur noch ein Bogenstein erhalten, welcher jetzt über der noch
immer sprudelnden Quelle zusammen mit einer Eisenpumpe befestigt wurde.
1996 wurde die Steinbrücke, über die die Straße zum Hinterdorf zur
Trinkwasseraufbereitungsanlage führt, erneuert. Wölfershausen versorgt 35
Ortschaften mit Trinkwasser.
Im ursprünglichen Besitz der Familie von Wolzogen, welche Friedrich Schiller im
nahen Bauerbach Zuflucht gewährte, war das so genannte "Schlösschen" von Wölfershausen.
Später war es Gemeinde- und Zehnthaus, Schule und Lehrerwohnung. Der erste
Lehrer wird bereits 1661 erwähnt. Heute ist es vorrangig Gemeindeamt, dient aber auch
zu Wohnzwecken. Die älteren Häuser sind im hennebergisch-fränkischen Fachwerk erbaut,
oft später verputzt, heute zunehmend erneuert und verschönert. Teilweise wird das
malerische Fachwerk wieder sichtbar gemacht. Ein kleines Neubauviertel entstand in
der so genannten "Romenei". In den letzten Jahren entstanden hier viele Eigenheime.
Der noch heute existierenden Dorfgaststätte "Zur Henne" wurde schon 1674 durch Ernst
den Frommen die Schankberechtigung erteilt.
Wölfershausen ist mit Bus und Bahn zu erreichen. 1975 wurde eine Bahnhaltestelle
eingerichtet. Die Bahnverbindung Meiningen bzw. Erfurt - Schweinfurt - Würzburg
ist seit 1991/92 wieder hergestellt. Eine Pension im Ort bietet Wanderfreunden
auch die Möglichkeit, länger zu verweilen.
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