| Einwohnerzahl : |
286 |
| Gemarkungsgröße : |
604,70 ha |
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Im Südthüringer Raum - unweit der Theaterstadt Meiningen, an der B 19 Bad
Neustadt - Meiningen, liegt die kleine Gemeinde Bauerbach, inmitten idyllischer
Naturgebiete: der Rhön, des Grabfeldes, dem Thüringer Wald und des nordbayrischen
Raumes. Durch die Teilung Deutschlands befand sich Bauerbach im Grenzgebiet des
Bezirkes Suhl, dem südlichsten Grenzzipfel der ehemaligen DDR, in einer extremen
Randlage. Aus diesem Grund liegt den Einwohnern des Ortes heute die Ausprägung der
traditionsreichen Kulturlandschaft zwischen Rennsteig, Werra und Rhön sehr am Herzen.
Der Ort Bauerbach ist einer der ältesten im Landkreis Meiningen. Als "Buribah" wurde
er 887 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich gehörte er zur Mark Nordheim im
Grabfeld, kam aber 889 an das Stift Fulda. Im 12. und 13. Jahrhundert war Bauerbach
ein Besitz der Henneberger Grafen. Berthold von Henneberg verkaufte das Dorf 1297 an
den Truchsess Albert. Infolge der unerträgichen Fronleistungen und Abgaben kam es
1525 zur Erstürmung und Zerstörung der nahelegenden Henneburg durch die Aufständischen.
Später kam Bauerbach in den Besitz der Herren von Bibra und wurde reichsritterschaftlich.
Herzog Bernhard I. von Sachsen-Meiningen kaufte ihn 1684 von Caspar von Bibra, verkaufte
ihn aber wieder an die Reichsritterschaft bzw. an die Herren von Wolzogen.
Bis 1806 gehörte der Ort zur freien Reichsritterschaft Kanton Rhön-Werra, innerhalb
des Amtes Maßfeld. Nach einer zweijährigen würzburgischen Herrschaft kam Bauerbach
durch Tausch 1808 an das Herzogtum Sachsen-Meiningen und gehört seit 1872 zum
Landkreis Meiningen.
Mit Unterstützung der Handwerker aus den umliegenden Gemeinden wurde 1839 - 1841
die Dorfkirche erbaut. 1868 wurde die Schule eingeweiht und 1882 eine Feuerwehr gegründet.
Berühmt wurde Bauerbach durch den Aufenthalt Friedrich Schillers, der nach seiner Flucht
aus Stuttgart auf dem Gut der Frau von Wolzogen unter dem Namen "Dr. Ritter" von
Dezember 1782 bis Juli 1783 ein gastreiches Obdach fand. Während dieser Zeit schrieb
er "Kabale und Liebe", überarbeitete seinen "Fiesco" und es entstand der Entwurf zu
"Don Carlos". Im Laufe der Jahre entwickelte sich in Bauerbach eine Tradition, die
Schillerpflege, die bis in das Jahr 1859 zurückreicht. Seit 1959 wird die Freilichtbühne
des Ortes ausschließlich durch das dorfeingene Amateurtheater-Ensemble, das Naturtheater "Friedrich
Schiller" Bauerbach e.V. bespielt.
Das Haus, in dem Friedrich Schiller lebte, ist heute ein Museum - eine Gedenkstätte der
Stiftung Weimarer Klassik - und als wirkliches Kleinod des Ortes sehenswert. Ein weiteres
bedeutsames Gebäude, welches auf den Aufenthalt Schillers hinweist, ist die Gaststätte.
Die letzte Rechnung ist Friedrich Schiller schuldig geblieben, sie hängt im Schillerhaus,
wo auch sein Schreibtisch, sein Bett und vor allem viele Zeugnisse seiner Bauerbacher
Schaffensperiode zu sehen sind.
Ein geschichtsträchtiger Wanderweg, der "Schillerweg", beginnt in Meiningen am Schloß
Elisabethenburg - dem ehemaligen Sitz der Meininger Herzöge - und führt zu Schillers
Wirkungsstätte nach Bauerbach.
Neben dem Schillerhaus und dem Naturtheater sind hier in Bauerbach auch eine kleine,
architektonische interessante Dorfkirche und ein liebevoll gepflegter Jüdischer Friedhof
zu finden.
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